Modellgeschichte der Lloyd Motoren Werke

Kraftfahrzeugbau von 1949 - 1963

Lloyd 300 - Der Leukoplastbomber

Erstes Pkw-Modell der 1949 gegründeten Lloyd Motoren Werke war der Lloyd 300, ob seiner mit Kunstleder bezogenen Sperrholzkarosserie später auch als Leukoplastbomber verspottet. Drei Varianten: Personenwagen (LP), Coupé (LC) und Kombi (LS). Sein 2 Zylinder-Zweitakt-Motor leistete bei einem Hubraum von 293 ccm 10 PS. Damit war eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h erreichbar. Zunächst noch in einer Halle des Goliath-Werkes am Hastedter Osterdeich montiert, wurde die Produktion ab 1951 am Lloyd-Stammsitz in der Bremer Neustadt durchgeführt. Die ersten Modelle sind von den späteren durch eine kleinere Motorhaube zu unterscheiden.

Lloyd 500 - Der erste Minivan

Lloyd LT - Der erste Grossraum-Pkw

Ende 1952 eröffneten die Lloyd Motoren Werke eine zweite Bauserie: Der Grossraum-Pkw Lloyd LT 500 bot in seiner normalen Ausführung 6 Personen Platz, in verlängerter Version gar 8 Personen. Ebenfalls als Kasten- und Pritschenwagen erhältlich, gilt er heute als früher deutscher Vorläufer der modernen Vans. Zwei Motorvarianten: bis 1955 der 2-Zylinder- Zweitakt-Motor mit 13 PS, danach im LT 600 der 2-Zylinder-Viertakt-Motor mit 19 PS.

Lloyd 400 - Evolution in drei Schritten

Optisch gefälliger kam im Januar 1953 das Nachfolgemodell Lloyd 400 auf den Markt. Zunächst noch wie sein Vorgänger mit Karosserieteilen aus Holz und Kunstleder versehen, folgten schon im März des Jahres mit den Türen und Kotflügeln die ersten Bauteile aus Blech. Ab Ende 1954 dann als Lloyd 400 S in Ganzstahlausführung. Drei Varianten waren erhältlich: Personenwagen (LP), Cabriolimousine (LC), Kombi (LS). 13 PS Leistung aus einem  386 ccm 2 Zylinder-Zweitakt-Motor.

Lloyd 600 - Ein neuer Motor

Lloyd LP 600 - Mit neuem Motor weg vom Zweitakt-Image

Erschienen zur IAA 1955 vebarg sich unter der ansonsten unveränderten Karosse ein neuentwickelter 2 Zylinder-Viertakt-Motor. Aus 596 ccm erwuchsen 19 PS Leistung.  Damit war erstmals eine Geschwindigkeit von 100 km/h erreichbar. Mit der Leistungssteigerung war erstmals auch ein Export von grösseren Stückzahlen ins Ausland möglich: Ab Anfang 1956 entwickelten sich die Vereinigten Staaten von Amerika zu einem wichtigen Markt für das Unternehmen. Drei Karosserievarianten: Personenwagen (LP), Kombi (LS) und bis 1958 die Cabriolimousine (LC).

Lloyd 250 - Das passende Auto zum alten Führerschein

Während sich der klassische Lloyd immer weiter von seinen Ursprüngen entfernte, und mehr und mehr zu einem vollwertigen Kleinwagen mit guter Ausstattung wurde, erschien im April 1956 der Lloyd 250. Dieser mit gerade 11 PS Leistung aus einem 249 ccm 2 Zylinder-Zweitakt-Motor ausgestattete Typ war für diejenigen Autofahrer gedacht, die noch im Besitz des alten Führerscheins Klasse 4 waren. War die geringe Motorleistung vielleicht noch zu verkraften; die Magerausstattung ohne hintere Sitzbank, ohne Stoßstangen und anderen Zierrat mochte kaum einer der gerade mal 3768 Käufer dieses Typs haben. 1957 wurde die Produktion folglich eingestellt.  

Lloyd Alexander - Verbesserte Ausstattung

Lloyd Alexander - Gut ausgestattet!

Hauptunterscheidungsmerkmale zu den gewöhnlichen Lloyd 600er-Typen waren beim 1957 präsentierten Alexander die einerseits deutlich verbesserte Ausstattung mit Kurbelfenstern, Sitzlehnenverstellung und weitere Details, andererseits gab es endlich auch einen von außen zugänglichen Kofferraum. Technisch wurde ab 1958 ein vollsynchronisiertes Getriebe Serie. Die Motorleistung entsprach derjenigen des Lloyd 600. Weiterhin zwei Karosserievarianten erhältlich: Personenwagen und Kombi.

Lloyd Alexander TS - Die stärkste Variante

1958 tat sich was bei Lloyd: Während man im Verborgenen schon an einem völlig neuen Typ arbeitete, flossen die gewonnenen Erkenntnisse schon in die Serie ein. Der Alexander TS erhielt im Prinzip die später auch in der Arabella eingebaute Längslenkerhinterachse mit deutlich verbesserten Federungseigenschaften, einen mit 25 PS stärkeren Motor, eine neue Frontpartie sowie einige Detailverbesserungen. Erhältlich als Personenwagen und Kombi. 

Lloyd Alexander TS - Neue Hinterachse und neuer Motor

Lloyd 900 - Die Arabella

Lloyd Arabella - Aufbruch in ein neues Jahrzehnt

1959 als "neuer Wagen der Borgward-Gruppe aus dem Hause Lloyd" vorgestellt, handelte es sich bei der inoffiziell Lloyd 900 genannten Arabella um eine totale Neukonstruktion, die sich formal völlig von den bisherigen Typen unterschied.  Neben einer gefälligen Optik verfügte das neue Modell über einen leistungsstarken 4-Zylinder-Boxermotor mit 38 PS. Später kamen noch Versionen mit 34 bzw. 45 PS heraus. Zwei Varianten: Personenwagen und Kombi (nicht mehr in Serie gegangen).

1963 lief die letzte Arabella und damit auch das letzte Fahrzeug der Lloyd Motoren Werke vom Band. Eine geplante Montage in Südamerika wurde nicht mehr realisisert.

 

Kleinserien- und Prototypen

Lloyd EL 1500, EL 2500 - Die ersten Fahrzeuge

Die ersten Fahrzeuge der Lloyd Motoren Werke: Elektrofahrzeuge für den behördlichen Einsatz.

Lloyd Coupé - Weihnachtsgeschenk für Borgwards Söhne

Weihnachten 1952 für die Söhne von Firmenchef Borgward bei Lloyd entstanden: Zwei schnittige Coupés auf Basis der 300er Typen.

Lloyd Alexander Frua - Für die Schaufenster

Lediglich 49 Fahrzeuge wurden 1959 vom Lloyd Alexander Frua hergestellt. Er sollte die Zeit bis zum Erscheinen der Arbella werbe-technisch überbrücken helfen. Technisch basierte das Fahrzeug auf dem Alexander TS.

Lloyd Arabella Coupé

Zwei Exemplare dieses Coupés auf Basis der Arabella wurden 1959 auf der IAA in Frankfurt ausgestellt. Zu einer Serienproduktion kam es indes nicht mehr.

 

 

Motorenbau bis 1985

Lloyd Pionier LP 400

Basierend auf den einstigen luftgekühlten 2 Zylinder-Zweitakt-Pkw-Motoren brachten die Lloyd Motoren Werke ab 1965 den Motor Lloyd Pionier LP 400 als universell einsetzbares Antriebsagregat für auf den Markt. Allein 8000 Exemplare wurden nach Nordamerika geliefert. Später auch als Außenborderversion für Segeljachten erhältlich. 

 

Montage von Industriemotoren bei den Lloyd Motoren Werken in den frühen achtziger Jahren. Das Bild entstammt dem Buch "Die Geschichte der Lloyd Motoren Werke" von Lloyd-Freund Peter Kurze, Edition B 6.

Lloyd Mariner - Für Segeljachten

Weitere Entwicklungsstufe für den alten 400er-Motor: Ab 1966 als wassergekühltes Aggregat mit 20 PS.

 

Lloyd LS 400

Bis 1985 erhältlich: Mehrzweckmotor LS 400. 

 

Lloyd T 250

Als zweites Standbein übernahmen die Lloyd Motoren Werke 1975 die Ersatzteilversorgung für Fahrzeuge der ehemaligen Glas-Werke.  Ganze Goggomotoren wurden in Bremen produziert und dienten vor allem zur Umrüstung von verschiedenen Kleinwagen auf 250 ccm Hubraum. 

 

 

Stückzahlen:

Lloyd LP 300

18087

Lloyd LP 400

109878

Lloyd LP 250

3768

Lloyd LT (alle Typen)

24668

Lloyd LP 600 (alle Typen)

176516

Lloyd LP 900 (Arabella, alle Typen)

47040

Lloyd EL 1500, 2500

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